Seltener Bauschmuck in Mecklenburg-Vorpommern

Meist zieht man als Wanderer oder Tourist durch die Lande, um sich an unbekannten Orten nach Sehenswertem umzusehen. Und dabei übersieht man bei allem Interesse oft die kleinen Dinge, die einem nicht sofort ins Auge fallen.

Um ebensolche "kleinen Dinge" - gemeint ist nicht die Wertigkeit, eher die Größe oder Unauffälligkeit - handelt es sich bei den sogenannten Schachbrettsteinen.
Man findet sie in Deutschland - außer in Brandenburg - auch in Mecklenburg-Vorpommern an Kirchen in den Landkreisen Mecklenburg-Strelitz, Uecker-Randow, Nordvorpommern, Güstrow und in Neubrandenburg.
Weitere Funde sind in Polen, Kroatien, Norwegen, Italien, Spanien, Dänemark, Schweden, Frankreich und England bekannt.

Über die Bedeutung dieser besonderen Form des Bauschmuckes, der meist an Feldsteinkirchen des 13. und 14. Jahrhunderts auftritt, besteht keine endgültige Klarheit. Dazu gibt es verschiedene Vermutungen:

  • Eine These deutet darauf hin, dass es sich um Zunftzeichen der Maurer oder Steinmetze handelt.
  • Eine weitere Deutung dürfte eher eine Legende sein, in der der Teufel mit dem Herrn um den Bau der Kirchen Schach spielte. Als er verlor, bekam das Schachbrett in Form dieser Steine einen Erinnerungsplatz in der Kirche.

Besonders interessant ist die Vielzahl der unterschiedlichen Formen der Steine:

  • Schachbrettmuster mit unterschiedlicher Anzahl von Feldern verschiedener Größen,
  • Steine mit Rautenmustern,
  • Näpfchensteine mit eher runden Vertiefungen,
  • Kombinationen und andere Formen.

Vielleicht verweilen Sie bei Ihrem nächsten Ausflug durch Mecklenburg-Vorpommern ein wenig und begeben sich auf die Suche nach diesen historischen Überlieferungen.